Anlässlich des 80. Geburtstages von Dr. Reinhard Kirste, einem interreligiösen Brückenbauer der ersten Stunde, veranstaltete INTR°A (Interreligiöse Arbeitsstelle und Netzwerk) am 29.03.22

das Online-Symposium "Dialog und Bildung in pluralistischer Perspektive - Aktueller Stand und Ausblick":

 

https://us02web.zoom.us/rec/share/t2GXuT0TumPaVY7Bo6UshjWQfKj_aWooHCKxz7zMKZFVD4dg-xJ8XTwIOgmlzj4o.4XUEgwQxV-n0xxPr 

 

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Link zu INTR°A: https://interrel.de/

 

Grußwort zum 80. Geburtstag von Reinhard Kirste

 

Lieber Reinhard,

 

dass Du heute 80 Jahre alt wirst, sieht man Dir nicht an. Und glaubt angesichts Deiner unermüdlichen Aktivitäten im interreligiösen Bereich wohl auch kaum jemand. Du bist oft als Pionier und Mann der ersten Stunde etikettiert worden, und auch heute bei diesem Online-Symposium wird man Dich wohl öfter so nennen.

Du hast viel bewegt, ermöglicht, in die Tat umgesetzt, was für andere noch kaum im Horizont ihrer Vorstellungen lag. Manche mögen damals Deine christlich-islamischen Dialogbestrebungen, Deine interreligiösen Aktivitäten belächelt, ja für modische Sperenzchen gehalten haben. Du aber bist unbeirrbar, überzeugt von der Sinnhaftigkeit Deines Tuns, Deinen Weg gegangen und hast mit großem organisatorischem Geschick ein imposantes interreligiöses Netzwerk aufgebaut. Mir ging es nicht ganz unähnlich: Meine Spezialisierung auf „Weltreligionen im Unterricht“ - das wurde seit den 1970er für ca. zwei Jahrzehnte von nicht wenigen für eine Art Hobby und Spielerei gehalten, die phasenweise immer mal wieder interessant schien, aber letztlich religionspädagogisch zur Gattung Spielerei gehörte. Seit den 1990er Jahren veränderte sich dann die religionspädagogische Welt. Nicht schlagartig und radikal, wie Folkert Rickerts glauben zu machen versuchte, sondern evolutionär, letztlich auf Altem aufbauend. Längst kann man geradezu von einer „interreligious industry“ sprechen, und aus dem Hobby einiger Versprengter und schwach Vernetzter ist ein respektables religionspädagogisches Paradigma bestens miteinander Vernetzter geworden.

 

Irgendwann, ziemlich früh jedenfalls, haben Reinhard und ich zusammengefunden. Ich wurde sogar lange Jahre 1. Vorsitzender von INTR.A, seit 2018 sogar Ehrenvorsitzender. Wenn ich all` diese fruchtbaren Jahre Revue passieren lasse, dann muss ich sagen, dass wir beiden, lieber Reinhard, gut miteinander harmoniert haben. Nicht nur bei INTR.A, auch in anderen Zusammenhängen: zum Beispiel im langjährigen Kölner Schulbuchanalyseprojekt, das unter der Leitung von Abdoldjavad Falaturi und mir ab 1981 alle zugelassenen Schulbücher in Deutschland auf ihr Islambild hin untersuchte.

 

Ich freue mich, dass Kollege Johannes Lähnemann, Doyen im Bereich des interreligiösen Lernens im evangelischen Raum, heute die Laudatio für Dich halten wird, so dass ich hier keine weiteren Einzelheiten mitzuteilen brauche.

Für die kommenden Jahre wünsche ich Dir und Deiner lieben Frau Karin, die so viel für INTR.A geleistet hat und deshalb ganz besonders erwähnt werden soll, Gottes Segen und viel Gutes.

 

 

Ad multos annos!